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Eigentlich wünschen wir uns nichts sehnlicher als ein geruhsames, ausgeglichenes Leben. Doch immer wieder kommen Situationen, die uns unerwartet herausfordern. In unserer Not vergessen wir sehr schnell, dass genau diese Dynamik ursächlich für das Leben ist.
Ohne Kontraktion und Expansion gäbe es kein Leben. Etwas zieht sich zusammen, um etwas Neues daraus entstehen zu lassen. Eine Gitarrensaite muss gespannt und angeschlagen werden, ehe ein Klang entsteht. Ebenso ist das Prinzip der klassischen Geburt oder der Lungentätigkeit während der Atemzüge, aber auch unseres Herzschlags. SPANDA nennen wir dieses Prinzip in der tantrischen Yogaphilosophie.
Diesen zutiefst natürlichen Rhythmus außerhalb der vertrauten Körpermechanismen anzunehmen, fällt uns jedoch äußerst schwer. Besonders wohlige Momente sollten nie enden. Umso härter trifft es uns, wenn es sich wieder alles enger, anstrengender oder ungemütlicher anfühlt. Doch diese Kontraktion braucht es, um danach überhaupt wieder eine Phase der Weite, Kraft und Entfaltung erleben zu können. Beide Phasen sind endlich, in einem zyklischen Wechsel miteinander, mit ganz viel Überlappungen und nur weil es sie beide gibt, können wir jede in ihrer Art überhaupt wahrnehmen.
Somit heißt es im Leben nicht „entweder-oder“, sondern „sowohl-als-auch“. Genauso wie warm auch kalt braucht, laut das leise und dunkel das hell. Zwischen all diesen Polen pulsieren wir durch das Leben. Unser Leben braucht keine starren Beurteilungen, sondern die Lebendigkeit der Schwingungen.
In diesem Sinne spür direkt jetzt in deinen Körper: kannst du deinen Herzschlag wahrnehmen und ihn genauso da sein lassen, ohne den Wunsch ihn anders haben zu wollen? Ganz egal, ob es kaum wahrnehmbar oder ganz stark schlägt, ob langsam oder schnell. Und vielleicht ist der Rest des Körpers dagegen sehr ruhig oder aufgeregt – und alle Gegensätze dürfen da sein. So kann ein Raum der Akzeptanz und des Friedens entstehen.
Lass uns das Leben über den Körper erkunden und annehmen. Komm mit auf die Matte. Alle Möglichkeiten hier
